Reiseapotheke

Kranker Jack Russel Hund mit Trichter um den Hals, damit er sich nicht kratzt

Endlich Urlaub, alles ist geplant und gebucht, die Reise kann losgehen. Der Hund ist selbstverständlich mit dabei. An alles habt ihr gedacht, doch auf was genau sollte man im Fall der Fälle im Urlaub achten, falls man seinem Hund zur Hilfe eilen muss? Hier findet ihr einige wichtige Punkte zum Thema Erste-Hilfe im Urlaub und Reisebeschwerden beim Hund sowie eine praktische interaktive Checkliste zum Herunterladen.

Bitte beachten: wir sind keine Tierärzte und alle Hinweise sind ohne Gewähr. Bitte erkundigt euch im Zweifelsfall vorab und individuell beim Tierarzt und/oder lasst euer Tier dort bei einer Erkrankung oder Verletzung untersuchen. In unserem A-Z-Modul findet ihr den nahegelegenen Tierarzt.

 

An was ist zu denken

Wenn ich mit meinem Hund reise, muss ich für ihn mitplanen und mitdenken wie für ein kleines Kind. Umso wichtiger, weil man im Urlaub ja nicht alles so einfach parat hat wie Zuhause. Wir empfehlen, vor Anreise die Adresse des nächstgelegen Tierarztes rauszusuchen. Tierärzte in der Nähe unserer Unterkünfte findet ihr im A-Z-Modul

Mit dieser praktischen, interaktiven Reiseapotheken-Checkliste vergißt Du garantiert keine Medikamente oder Verbandszeug mehr zu Hause.

Die wichtigsten Überlegungen

  • Sonnenstich und Hitzschlag
  • Insektenstiche
  • Durchfall und Erbrechen
  • Verletzungen und Wunden
  • Reisekrankheit

Gesundheitliche Probleme und Vorbeugung

Bei Sonnenstich und Hitzschlag

Gerade im Sommerurlaub ist es wichtig, aufzupassen, dass man seinen Hund nicht zu großer Hitze aussetzt – gerade das Warten im Auto wird schnell gefährlich für den Kreislauf. Selbst, wenn man zunächst im Schatten parkt – die Sonne wandert. Auch leicht geöffnete Fenster reichen bei höheren Temperaturen nicht. Sollte dein Tier doch einmal zu viel Hitze abbekommen haben, gilt es, sofort für Frischluft und einen Schattenplatz zu sorgen. Man kann den Vierbeiner mit kaltem Wasser abwischen, um die Verdunstung zu fördern.Keinesfalls übergießen oder ein nasses Handtuch auflegen, letzteres wegen der entstehenden Stauwärme. 

Man sollte den Tierarzt aufsuchen, wenn das Tier bereits sehr mitgenommen wirkt, z.B. kaum ansprechbar ist, unter Atemnot leidet oder sehr blasse Schleimhäute (ins Maul schauen) hat. Für kurze Strecken, wenn man dabei bleibt oder es nicht allzu heiß ist, eignen sich die folgenden Hilfsmittel:

  • Sonnenblende (lassen sich mit Saugnäpfen am Fenster befestigen)
  • Frischluftgitter (Achtung: viele neuere Autos haben durch den elektrischen Fensterheber eine Sicherung, die verhindert, dass die Gitter fest eingespannt werden können)
  • Abstandshalter für die Kofferraumbelüftung

 

Insektenstiche
Insektenstiche kann man mit kalten Umschlägen, Eis oder anderen kalten Gegenständen kühlen. Besondere Aufmerksamkeit ist gefordert, wenn der Hund ein stechendes Insekt verschluckt oder der Stich im Maul oder Rachenraum sitzt. Eis zum Verzehr angeboten, kann verhindern, dass der Stich die Schleimhaut anschwellen lässt und das Tier in Atemnot gerät.

Durchfall und Erbrechen

Auf eine Fütterung sollte man verzichten, solange der Durchfall bzw. das Erbrechen anhält. Wasser sollte aber immer zur Verfügung stehen. Der Hund muss viel trinken, damit er nicht austrocknet und ausreichend Mineralstoffe zu sich nimmt. Hilfreiche Medikamente können Kohletabletten gegen Durchfall und Paspertin-Tropfen gegen Übelkeit sein. Nach Abklingen der akuten Symptome kann man dem Futter zunächst etwas Reis oder Hüttenkäse und Magerquark beifügen, das entlastet den Magen und wird meist gut vertragen.

Trockenfutter ist zwar wegen der Wärme oftmals leichter zu handhaben im Urlaub, aber es erfordert auch, dass der Hund ständig ausreichend trinkt und man immer Wasser bei sich hat.

Viele Hundehalter helfen sich mit hochwertigem Nassfutter in Dosen – statt wie zu Hause, zu barfen. Man muss allerdings gucken, ob die Hunde die Umstellung so einfach hinnehmen.

Verletzungen / Wunden
Hoffentlich benötigt ihr diese Tipps nie. Falls doch, könnt ihr mit den Utensilien eurer Reiseapotheke im Notfall schnell reagieren und einen ersten Druckverband oder ähnliches anlegen, bevor ihr euch auf den Weg zum Tierarzt macht. Fremdkörper sollte man sofort entfernen, wenn sie nicht zu tief eingedrungen sind. Sonst unbedingt den Tierarzt aufsuchen.

Es ist hilfreich, die Haare um die Wunde herum kurz zu schneiden, die Wunde kurz bluten lassen und anschließend mit reichlich Mineralwasser spülen und desinfizieren. Dabei die Wundfläche nicht reiben. Große Wunden oder Wunden an Stellen, die ständig Bewegung oder Verschmutzungen ausgesetzt sind, müssen verbunden werden. Dabei darauf achten, die Wundränder zusammenzuführen. Der Verband darf nicht einschneiden oder Druckstellen verursachen. Der Verband sollte regelmäßig gewechselt werden. Kleinere Wunden sollte man ruhig offen halten. Nach erster Heilung auf die dann trockene Wunde Wundsalbe oder hochwertiges Lavendelöl auftragen, wenn es der Hund verträgt. Viele schwören bei kleinen Wunden auch auf Silberspray (kolloidales Silber) oder selbstgefertigte Silbercreme. Wenn die Wunden groß oder tief sind, oder ihre Ränder weit auseinanderklaffen, sie stark bluten oder entzündet sind, ist ein Besuch beim Tierarzt unumgänglich.

Druckkompressen unterbinden erstmal die Blutung und schützen vor einem starken Blutverlust. Bei Pfotenverbänden bitte immer auf ein gutes Wattepolster zwischen den Zehen achten und nicht zu stramm wickeln.

Reisekrank im Urlaub

Wenn der vierbeinige Gefährte das Reisen nicht gewöhnt ist, sollte man das unbedingt vorher schon mit ihm üben. Denn viele Hunde werden reisekrank im Auto, Bus, Bahn oder auf dem Schiff. 

Ruhiges Fahren und bremsen und ein stabiler Sitz helfen schon sehr, vorzubeugen. Regelmäßige Pausen entlasten. Wer selber hektisch ist wegen dem Anreisestress, sollte sich bemühen, seinen Hund das möglichst wenig spüren zu lassen.

Es kann sinnvoll sein, das Tier ca. 8 Stunden vor dem Reiseantritt und während der Reise nicht zu füttern. Reichlich frisches Wasser sollte aber regelmäßig zur Verfügung stehen. Schlägt ihrem Liebling die Aufregung der Reise dennoch auf den Magen, kann man ihm folgende Mittel gegen die Übelkeit geben: Sedativa bzw. Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit, wird vor der Reise gegeben, sollte vom Tierarzt dosiert werden) oder homöopathische Mittel, also Globuli. Hier berät meist der oder die TierheilpraktikerIn. Je nachdem, wie die Umstände bei der Anreise und Unterbringung sind, empfiehlt sich eine Kühlbox für Lebensmittel. 

Tipp

Wir empfehlen, für alle Fälle ein spezielles Hunde-Erste-Hilfe-Set dabei zu haben, welches man je nach Reiseziel und Hund um eine kleine Reiseapotheke (z.B. Desinfektionsspray, Kohle-Compretten) ergänzen kann.